To boldly go…

…where no one has gone before.

Mit diesen Worten könnte man sagen, ist bei mir DAS Tabletop eingetroffen, dass bei mir als alteingesessenem Trekkie einfach nicht im Schrank fehlen darf:

Star Trek Attack Wing von Wizkids.

Ich habe mich bisher darum gedrückt, obwohl das Spielprinzip auf dem von X-Wing basiert, weil Wizkids unglücklicherweise die Minis aus ihrem Heroclix recycelt hat.

Doch was bedeutet das, werden sich einige fragen.

Sagen wir es einmal so, Fantasy Flight Games (FFG) hat mit X-Wing ein echtes Brett hingezaubert, was den Bemalstandard von prepainted Miniaturen angeht. Es gibt einfach nur sehr wenig daran auszusetzen. Und das ist der Punkt, wo es Wizkids in den Augen vieler echt verkackt hat. Ein Föderationsschiff in einem recht hellen blaugrau? Ernsthaft?… Schön dunkelgrau gehören die. Genau wie die Klingonenschiffe grüner gehören, und Schattierungen wären auch nicht schlecht und und und… Kurzum Bemaltechnisch sind die echt nicht so pralle. (Milde ausgedrückt)

Unglücklicherweise kommt noch hinzu, dass der Größenmaßstab einfach nicht gut gelungen ist. Man kann es auf dem Bild der Grundbox schon ganz gut erkennen. Ein romulanischer Warbird der D’deridex-Klasse (~1100m) ist als Mini kleiner als ein Raumschiff der Galaxy-Klasse (~650m)? Ist etwas gewöhnungsbedürftig, kommt zur Entschuldigung von Wizkids in der Serie aber auch nie so rüber (dem Kamerawinkel sei Dank). Etwas haarig wird es, wenn man eine Defiant (170m) bekommt, die im Modell so groß ist wie eine Negh’Var (680m).

Aber gut, wozu gibt es Repainting? An die Größenskalierung gewöhnt man sich schon irgendwie. 🙂

So war mein Grundgedanke beim Kauf, denn ich war durch ein von mir veranstaltetes X-Wingturnier auf das Spielsystem angefixt.

X-Wing? Geht’s nicht um Star Trek?

Doch in der Tat, das tut es. Allerdings hat sich Wizkids intelligenterweise die Lizenz von FFG’s X-Wing besorgt und ihre eigenen Star Trek Schiffe draufgesetzt. Im Großen und Ganzen also X-Wing mit Warbirds, Bird of Preys, Sovereigns, uvm. Und trotz der oben beschriebenen Mängel bin ich nicht mehr von dem Gedanken losgekommen. Der Trekkie in mir hat obsiegt (er sitzt immer noch freudestrahlend auf meiner Schulter)!

 

Und so freue ich mich euch meinen ersten Eindruck von Star Trek Attack Wing zu präsentieren.

Ja ich weiß, gibt schon zig Unboxingposts, -videos, blablabla. 😛 Ich schreibe trotzdem weiter, einfach weil ich da Lust zu habe. 😀

Damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wovon ich gleich rede, hier erstmal ein Überblick über den Inhalt der Grundbox.

X-Wing Veteranen wird vieles davon bekannt vorkommen und doch irgendwie verwundern. Denn Wizkids spendiert den Star Trek Schiffen mehr Bewegung. 6er Range geradeaus? 4er bank? Cool! Ebenfalls sind jeweils 5 (!!!) Würfel zum Angreifen und Verteidigen enthalten. So was wünscht sich jeder in einer X-Winggrundbox.

Und schon ist es vorbei mit offensichtlichen Sachen. Ironischerweise sind allerdings nahezu sämtliche Tokens bereits aus X-Wing bekannt. Sie sehen einfach nur anders aus und heißen auch anders. Und es gibt auch neue Tokens. z.B. den Scan-Token, welcher dafür sorgt, dass der Wendigkeitswert des Verteidigers sinkt. Ultrageil. Genau wie das Tarnprinzip. Denn nur wer sich tarnt, darf Fassrollen-ähnliche Manöver durchführen. Fette Starfleetpötte haben da ganz klar das Nachsehen. Aber das brauchten sie noch nie.^^

Ansonsten sind die Mechaniken aus X-Wing hinlänglich bekannt und Attack Wing präsentiert sich dabei in bester Klonmanier. Aber lieber gut kopiert als schlecht selber gemacht.

Es gibt allerdings noch zwei Mechaniken, die ich als super Änderung empfinde. Die eine ist „disabled“. Dazu braucht man die kleinen gelben Marker. Viele Karten werden nämlich nicht abgelegt wie z.B. Torpedos bei X-Wing, sondern einfach nur disabled. Bedeutet, dass man sie nächste Runde wieder einsetzen kann. Absolut sinnvoll für das Star Trek Universum. Denn keiner kann mir erzählen, dass die Enterprise nunr 5 Torpedos an Bord hat…

Die andere Mechanik betrifft die Piloten, bzw. Captains mit ihren Pilotenwerten. Bei X-Wing nimmt man ein Schiff mit dem entsprechenden Piloten, wofür es auch passende Plättchen für die Base gibt. Attack Wing löst das Ganze mit ausrüstbaren Captains. Man sucht sich die Schiffsklasse aus, dann ob man z.B. eine einfache Galaxy-Klasse oder direkt die Enterprise-D haben möchte, wobei diese sich nur gering in den Squadpoints und ihren Werten unterscheiden, und dann packt man da seinen Wunschcaptain rein. Das eröffnet interessante Kombinationen und ich bin da jetzt schon sehr gespannt drauf. 🙂

Star Wars kennt 3 Fraktionen, die jede für sich steht. Attack Wing kennt eine Zillionen Fraktionen (gefühlt), die man auch fröhlich untereinander austauschen kann. Picard als Captain eines Jem’Hadar Schlachtschiffes mit einem Biotorpedo von Spezies 8472 und einem Ferengi als Besatzung? Wieso eigentlich nicht. Kostet zwar etwas Penalty-points, sprich die Karten werden teurer, wenn sie auf Schiffen eingesetzt werden die nicht ihrer Fraktion angehören, aber dafür kriegt man Kombinationen hin… *schmacht, dahinschmelz*

 

Ansonsten ist alles in der Grundbox gut durchdacht. Es gibt genug Tokens für 3 (!) Spieler (ja, man kann das auch zu dritt spielen), das Material des Zubehörs ist sehr gut, etwas griffiger als bei X-Wing, und alle Schablonen lassen sich easy aus den Stanzsets lösen. Die Bases haben Einkerbungen, anstatt von ich nenne sie „Nubbsis“ zum Anlegen der Manöverschablonen. Ein absoluter Pluspunkt, da man sich so beim Berühren der Base nicht mehr so in die Quere kommt.

 

Insgesamt kann man also sagen für eine Grundbox echt gut durchdacht und qualitativ sogar meiner Meinung nach noch über dem X-Wingstandard.

Einziger Malus sind halt die Schiffe. Und ob man es gutheißt, dass man sie mehr oder weniger anmalen MUSS, um freudig mit ihnen zu spielen, muss jeder auch für sich entscheiden. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Herausforderung und werde allen Schiffen einen frischen Touch verpassen.

Und wer hätte es gedacht, natürlich werdet ihr diese dann auch zu sehen bekommen. 😉

Bis dahin habt noch etwas Geduld und freut euch auf den ersten Spielbericht, der gar nicht mehr so lange auf sich warten lassen wird.

 

Stay Tuned

Der Simme

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